Sport: 24-Stunden-Lauf 2024

920 Läufer/innen – 17.776 Runden – Überraschungssiegerin bei den Frauen

Über 17.000 Runden spulten die Läufer beim zweiten 24-Stunden-Lauf in Dorsten ab. Die meisten davon drehte Sieger René Voß trotz Verletzung und Wespenstich. Schon um Mitternacht wackelte die magische Zahl von 10.000 Runden. Die insgesamt 920 Läufer und Läuferinnen ließen nicht locker und erliefen mit sensationellen 17.776 Runden bei der zweiten Auflage des Events ein fantastisches Ergebnis.
Im Vorjahr standen am Ende lediglich 12.064 Runden auf der Anzeigetafel. Und die Qualen, die Tiefpunkte und auch die Schmerzen waren bei den Aktiven wie weggeblasen, als Sieger René Voß (204 Runden) am Samstag um 16 Uhr gemeinsam mit seinen Verfolgern Alois Wimmer (198 Runden) und dem Drittplatzierten Tim Weißbach (183 Runden) die Ziellinie überquerte. Schmerzen sind im Fall von René Voß allerdings wörtlich zu nehmen: „So in Runde 160 hat es plötzlich geknackt“, erzählt uns der Rosendahler. Obwohl alles auf einen Muskelfaserriss deutete, hielt er weiterhin tapfer durch und verteidigte mehr humpelnd als laufend seinen Vorsprung vor dem 61-jährigen Hertener Alois Wimmer.

Unter den vielen Hobbyläufern waren viele Enthusiasten

Verletzungspech beim Sieger. Und das Verletzungspech ließ den Sieger an diesem Tag wahrlich nicht los, denn zu allem Überfluss stach ihn auch noch eine Wespe in den Mund. Dafür durfte sich der Sieger bei der Siegerehrung schonen, die Organisator Thomas Hein gemeinsam mit Michael Maiß und Sponsor Oliver Sprungmann, vornahm. Denn die fand extra für ihn im DLRG-Erste-Hilfe-Zelt statt.
Unter den vielen Hobbyläufern, die für die gute Sache an den Start gingen, waren viele Enthusiasten wie Alois Wimmer, der schon bei Ultra-Marathon „Tour de Ruhr“ Ende Mai am Start war und dort 230 Kilometer zurückgelegt hatte. Und diese Marschrichtung hatte der Mitarbeiter der Vestischen auch für das Dorstener Lauf-Event im Visier. Auf die von und um Mitternacht im Vorbeilaufen gestellte Frage, ob er denn auch einmal Pause mache, antwortete Wimmer: „Ja, morgen um 16.30 Uhr“ und entschwand gleich darauf wieder flotten Schrittes in die Dunkelheit. „Ich musste am Freitag noch bis 3 Uhr Früh arbeiten, das war schon ein wenig anstrengend am ersten Tag“, so der Zweitplatzierte. Denn Pausen konnte er sich ebenso wie seine Mitstreiter auf dem Siegerpodest nicht gönnen, um sein gestecktes Ziel zu erreichen.

Überraschungssiegerin bei den Frauen

Eine echte Überraschungssiegerin gab es auch bei der Frauenkonkurrenz. Denn eigentlich ist Handball die Sportart von Mareike Faulenbach. In der Corona-Pause hatte sie sich dann auf der Langstrecke versucht und startete nun in Dorsten mit ihrem ersten 24-Stunden-Lauf. Der Erfolg gab ihr Recht. Für sie wurden 128 Runden gezählt. Auf Platz zwei folgte Gisela Vorstermanns (124 Runden) und Dritte wurde Saskia Blatt (108 Runden). Am 12. Juli starteten zunächst 801 Laufbegeisterte, darunter Fußball-Idol Olaf Thon. Der dicke Schauer am Nachmittag hatte wohl einige Läufer von der Anreise abgehalten, obwohl zum Start für die Teilnehmer bei frischen Temperaturen und weitestgehend trockenem Wetter nahezu optimale Bedingungen für die Läufer und Läuferinnen herrschten. Am Ende wurden 920 Teilnehmer und Teilnehmerinnen gezählt. Gegen Mitternacht hatte sich die Zahl der Aktiven deutlich gelichtet. Viele ruhten sich in mitgebrachten Zelten und Wohnmobilen in und am Bürgerpark aus. Immerhin, gut 50 Läufer und Läuferinnen drehten immer noch beharrlich ihre Runden. Darunter Dr. Susanne Ewens, auf die eine ganz besondere Überraschung wartete. Denn die Hardter Tierärztin, die mit ihrem kompletten Team am Start war, lief Punkt Mitternacht buchstäblich in ihren Geburtstag.

Feuerwerk und Seifenblasenregen

Mit einem kleinen Feuerwerk und einem Seifenblasenregen wurde das Geburtstagskind auf der Ziellinie abgefangen. Zu diesem Zeitpunkt war das Team Ewens voll auf Kurs. 131 Runden waren bis Mitternacht geschafft und so stieg trotz der mitternächtlichen Feierlichkeiten im mitgebrachten Zelt die Zuversicht, am Ende 250 Runden absolvieren zu können und so das Vorjahresergebnis (224 Runden) noch zu übertreffen. Dass es am Ende 308 Runden für das Turtle-Team Ewens wurden, ahnte man zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Ein weiteres Geburtstagskind war mit Nicole Karpen in der Altersklasse Ü45 bereits am Freitag unterwegs. Sie durfte zu ihrem Ehrentag eine besondere Scherpe mit der Aufschrift „Birthday-Girl“ tragen. Einen Großeinsatz bewältigte unterdessen Lambert Lütkenhorst, der für den guten Zweck (Hospiz-Freundeskreis) um Spenden warb. „Es geht uns aber auch darum, diesen Lauf und dieses wunderbare Event zu unterstützen. Im letzten Jahr bin ich noch aktiv mitgelaufen. In diesem Jahr hat mir der Arzt allerdings abgeraten. Und wir waren froh und glücklich, dass wir in diesem Jahr auch mit Spenden beschenkt werden“, so der Altbürgermeister. Aber auch der Tierschutzverein Dorsten und das Kinder-Zirkusprojekt des Treffpunks Altstadt werden neben einigen weiteren kleineren Gruppierungen in diesem Jahr von den gesammelten Spenden profitieren.
Ein breites Lob heimsten unterdessen Veranstalter Thomas Heim und sein gut 100-köpfiges Helferteam, dass er mit Hilfe vieler Vereine rekrutieren konnte, ein. Die Teilnehmer, die sogar aus Brandenburg und Sachsen zum Dorstener 24-Stunden-Lauf angereist waren, fanden vor allem an der abwechslungsreichen und landschaftlich attraktiven Strecke durch den Bürgerpark Gefallen und kündigten schon jetzt einen Start im kommenden Jahr an.


Quelle: DZ vom 15. Juli 2024

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