Von Oktober bis Dezember 2024 wurden ßber 3000 Schallplatten verkauft
Blick nach Recklinghausen: Ist die dortige Breite Straße ein Problem-Standort in der Guten Stube? Für Henning Prinz als Mit-Organisator des Pop-up-Stores in der Recklinghäuser Altstadt gilt das jedenfalls nicht. Auch die dritte Auflage des beliebten Schallplatten-Kunsthauses in Recklinghausen hat alle Erwartungen übertroffen und wieder für einen gut frequentierten, temporären Kultur-Treffpunkt in der „Guten Stube“ gesorgt. Der Leerstand an der Breiten Straße 15 gegenüber der Alten Apotheke am Durchgang zum Palais Vest hat die Vinyl-Fans in Scharen angelockt. Aber auch mit der Selfmade-Kunst, Vintage-Mode, Secondhand-Büchern und mit zahlreichen Begleit-Veranstaltungen konnten die 20 am Projekt beteiligten Mitstreiter punkten. „Die Lage an der Breiten Straße ist viel besser als ihr Ruf. Wir würden in diesem Jahr liebend gerne wieder in diesen Wunsch-Standort gehen, ohne Wenn und Aber – auch mit einer Baustelle vor der Haustür“, betont Henning Prinz.
Mehr als 3000 verkazfte Vinyl-Schätze
Das Ladenlokal, das Immobilienbesitzer Karsten Fortkord für den Pop-up-Store von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2024 mietfrei zur Verfügung gestellt hat, sei von der Größe und von der Akustik perfekt gewesen. Die Nachfrage nach Schallplatten-Musik sei ungebrochen groß. Mehr als 3000 verkaufte Schallplatten waren diesmal der Umsatzbringer. „Auch unsere Bilder, Keramiken und Kunsthandwerk haben viele Liebhaber gefunden“, freuen sich Michaela Wieland und Nicole Prinz. Zahlreiche Besucher lockten außerdem die Konzerte. „Selbst die Bands haben ihre Gage überwiegend gespendet“, berichtet Henning Prinz. Der Verein „FlipperEck“ hatte einen nostalgischen Flipper als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Der Großteil des Erlöses wird für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt. Aufgestockt durch Spendenbeiträge der Firma Automobile Kroppen und der Gothaer Versicherung von Markus Krems, konnte diesmal die Rekordsumme von 25.000 Euro an das Hospiz zum hl. Franziskus übergeben werden. In der Süder Einrichtung ist die Freude groß, dort soll das Geld für die Weiterfinanzierung der Musiktherapie zum Einsatz kommen. Zur Erinnerung: Schon die ersten beiden Auflagen hatten jeweils 10.000 Euro für das Gasthaus und die Altstadtschmiede eingebracht.
Kino-Baustelle wird in Kürze starten
Inzwischen steht das Ladenlokal von Karsten Fortkord wieder leer. „Wir renovieren dort jetzt, und dann würde ich den Standort gerne wieder vermieten“, sagt der Apotheker. Es habe zuletzt einige Interessenten gegeben, die aber wieder abgesprungen seien. Am liebsten hätte er ein Geschäft, das die Breite Straße „auf anspruchsvolle Art und Weise belebt“. Das Schallplatten-Kunsthaus habe gezeigt, dass es geht. Auch die Nachbarn an der Löhrhofstraße mit Juwelier, Boutiquen, Restaurants, Cafés etc. sorgten für guten Zulauf am Standort. Die bevorstehende Baustelle gegenüber dem alten Studio-Kino, das für neue Wohnbebauung plus Einzelhandel zeitnah abgerissen wird, tangiere den Standort nur indirekt, ist Karsten Fortkord überzeugt. Außerdem: „Baustellen locken viel Publikum, das merken wir Geschäftsleute immer wieder.“ – Ob das Schallplatten-Kunsthaus im Herbst 2025 noch einmal in seinen Wunsch-Standort einziehen kann, wird sich also erst zeigen. Am 8. März 2025 findet die nächste Schallplattenbörse im Palais Vest statt.
Quelle: tib in RN (DZ) vom 29. Januar 2025