Rosenmontagszug 2025 in Dorsten

Aus Sicherheitsvorgaben geht der Zug erstmals durch die Fußgängerzone

Der Rosenmontagszug am 3. März 2025 in Dorsten bekam eine neue und ungewohnte Route. Karnevalisten und Stadtverwaltung verwiesen auf die Sicherheitsvorgaben. – Erstmals fuhr der Rosenmontagszug mitten durch die Altstadt. Darauf haben sich die Stadtverwaltung und das Festkomitee Dorstener Karneval (FDK) quasi in letzter Minute verständigt. FDK-Vorsitzender Rudi Haller hatte noch Tage zuvor eine Absage für möglich gehalten. Am Mittwoch (26. Februar) dankte er Bürgermeister Tobias Stockhoff und der gesamten Stadtverwaltung für die Unterstützung. „Wir hätten das sonst nicht geschafft.“ Haller spielte auf die verschärften Sicherheitsvorgaben der Polizei NRW an, die es ehrenamtlichen Veranstaltern organisatorisch und finanziell „nahezu unmöglich“ mache, größere Umzüge zu organisieren und das Haftungsrisiko auszuschließen. Um beispielsweise terroristisch motivierte „Überfahrten“ zu verhindern, wie es die Vorgaben vorsehen, wird ein Großteil des Rosenmontagszuges durch die Altstadt führen. Der „Zoch“ startet am 3. März um 14,11 Uhr am Platz der Deutschen Einheit, führt über die Recklinghäuser Straße zum Marktplatz. Von dort geht es über die Lippestraße zu den Mercaden und weiter über den Westwall, die Kloster- und Lippestraße zurück zum Marktplatz. Leidtragende sind unter anderem die Menschen, die jedes Jahr zuhauf zum Georgsplatz auf der Hardt kommen, um mit den Jecken zu schunkeln. Dort kommt der Rosenmontagszug diesmal nicht vorbei.

Neue Route ein Kompromiss und mit 10.000 Euro finanzierbar

„Das ist sicherlich keine optimale Lösung“, sagte Tobias Stockhoff am Mittwoch (26. Februar), „aber unter den gegebenen Voraussetzungen die beste.“ Die Stadtverwaltung habe „verschiedene Szenarien geprüft“. Die Mehrkosten für die bekannte Route von etwa 50.000 Euro für zusätzliche und von der Polizei NRW empfohlene Sicherheitsvorkehrungen selbst vor kleinen Einfahrten seien aus seiner Sicht unverhältnismäßig, zumal es ja „eine hundertprozentige Sicherheit nicht gibt“. Da ist sich der Bürgermeister mit vielen Amtskollegen in Nordrhein-Westfalen einig. Der Weg über die mit Pollern geschützte und etwa zwölf Meter breite Fußgängerzone sei deshalb der einzig mögliche – und mit maximal 10.000 Euro auch finanzierbare –  Kompromiss, wenn man nicht, wie in anderen Städten, den Rosenmontagszug absagen will. Die Recklinghäuser- und die Lippestraße böten ausreichend Platz auch für Zuschauer, auf dem Marktplatz, wo der größte Andrang erwartet wird, soll es „Drängelgitter“ geben. Am Montagnachmittag wird es den karnevalistische Ausklang mit Stadtprinzessin Simone I. und Kinderprinzessin Zoé I. geben.

Teilnehmende Gruppen müssen für Schutzpersonal sorgen

Rudi Haller hat alle teilnehmenden Gruppen mit Motivwagen schriftlich aufgefordert, für ausreichend Schutzpersonal zu sorgen. „Ich hoffe, dass die Zuschauer vernünftig sind und Kinder nicht unter die Fahrzeuge drängeln.“ Mehr Platz wird es vermutlich am Westwall geben. Die Innenstadt wird ab 11 Uhr und bis zum Abend für Autos, auch den Zulieferverkehr, gesperrt sein. Die Geschäfte schließen wie üblich um 13 Uhr.

So machen es andere Kommunen

In Raesfeld werden am Rosenmontag an den drei großen Zufahrtsstraßen zur Umzugsstrecke Lkw-Blockaden eingerichtet. In Bottrop sperrt der städtische Entsorgungsbetrieb (BEST) mit seinem Fuhrpark alle Zuwegungen des Rosenmontagszuges. Die Müllabfuhr wird deshalb verschoben. In Recklinghausen werden deutlich mehr Sicherheitskräfte im Einsatz sein, sämtliche Straßen und Zufahrten zur Innenstadt werden schon morgens mit mobilen und stationären Sperren abgesichert.

  • Allgemeine Info: In Deutschland keine Anschlagspläne bekannt
    Das Bundeskriminalamt (BKA) sieht derzeit keine Gefährdung durch Anschlagspläne, die sich gegen Karnevalsveranstaltungen richten. „Dem BKA liegen abseits von Propagandaveröffentlichungen und damit verbundenen Aufrufen zu Straftaten derzeit keine konkreten Hinweise auf eventuelle Anschlagsplanungen gegen die diesjährigen Karnevalsfeierlichkeiten vor“, heißt es von der Sicherheitsbehörde. Die allgemeine Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus sei in Deutschland hoch. Generell könnten „irrational handelnde Täter“ bei öffentlichen Veranstaltungen eine Gefahr darstellen. Für möglich hält das Bundeskriminalamt zudem eine Zunahme von Desinformationskampagnen und Falschnachrichten mit Bezug zur Karnevalssession, mit dem Ziel, die Bevölkerung zu verunsichern (dpa).

Quelle: DZ vom 27. Februar 2025

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