„KInsecta“ 2025 in Dorsten

Projekt des Petrinum, der Biologischen Station und Ideenfabrik Stadtsfeld

„Jedes Insekt zählt“: Insektenbeobachtung ohne Totfallen: Das ist das Ziel von „KInsecta“. Das Projekt startete im Frühjahr 2025 auch in Dorsten. – Ende 2017 machte eine Studie aus Krefeld Schlagzeilen: Die Anzahl der Fluginsekten war innerhalb von 30 Jahren um 75 Prozent geschrumpft. Das Paradoxe: Die Studie hate Totfallen für ihre Forschung genutzt. Das soll ein Projekt in Dorsten zukünftig verhindern. Sie greifen auf eine Künstliche Intelligenz zurück. „KInsecta“ könnte die Zukunft der Insektenzählung darstellen. Es ist ein Forschungsprojekt zu Insektenmonitoring der Berliner Hochschule für Technik und des Umweltbildungszentrums Listhof in Reutlingen. In Dorsten wird das Projekt durch die Ideenfabrik Stadtsfeld, das Gymnasium Petrinum und die Biologischen Station Kreis Recklinghausen e.V. fortgeführt. Zudem wird es durch das Umweltbildungszentrum Listhof sowie der Natur- und Umweltschutzakademie NRW in Recklinghausen unterstützt und wurde am 20. März 2025 vorgestellt. Unter dem Motto „Jedes Insekt zählt“ will das Projektteam über die digitale Technik zur Forschung beitragen. Das Forschungsobjekt besteht aus einem Kamerasystem und einem Flügelsensor. Dadurch entstehen Bilder und die Flügelschlagfrequenz wird dokumentiert, die durch eine Künstliche Intelligenz ausgewertet werden. Dadurch kann die KI bestimmen, um welches Insekt es sich handelt – ohne es zu töten.

Drei wetterfeste Außenstation mit autarker Solarversorgung

Ein künstliches neuronales Netz wird mit diesen Daten trainiert, um aus der Kombination der Informationen Aussagen über Insektenspezies mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit zu treffen“, erklärte Projektleiter Jürgen Welz. Das Projekt des Petrinums, der Biologischen Station und der Ideenfabrik Stadtsfeld startet mit den Aufzeichnungen im April. Bis zu den Sommerferien messen drei wetterfeste Außenstationen mit autarker Solarversorgung im Schulgarten, an der Biostation und einem weiteren Standort die Insektenaktivität in Dorsten. Das Team bereitet die Daten auf und schickt sie an die Biologen in Reutlingen und an das KI-Zentrum in Berlin.

Schülerinnen forschen

„KI in der Insektenforschung ist die Möglichkeit, Insekten schnell zu identifizieren“, erklärte das Projektteam bei der Präsentation. Maßgeblich an dem Projekt beteiligt sind sechs Schülerinnen des Petrinums. Sie haben sich im Rahmen ihrer Facharbeiten mit Themen rund um Insekten und KI beschäftigt. „Flügel eignen sich besonders gut zur Identifikation der Bienen“, haben die Schülerinnen Lara Bidik und Johanna Tönnes in ihrer Arbeit herausgefunden. Aysin Uzunhüseyin hat sich im Rahmen ihrer Facharbeit mit den Fragen von vorteilhaften Habitaten für Insekten auseinandergesetzt und dabei festgestellt: „Ein Naturschutzgebiet und ein Wald eignen sich am besten für den Insektenschutz.“
Bea Aehling legte den Fokus auf die KI und entwickelte ein System zur Bestimmung von Insekten. Diese KI hat sie mit Bildern aus dem Biologiekurs der Jahrgänge 5 und 6 trainiert. Sophia Kandzia fand heraus, dass pflanzliche Lockstoffe für Insekten genutzt werden können und sie gleichzeitig einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. Laura Schumann fokussierte ihre Fragestellung auf den Einfluss von Blühstreifen auf eine Insektenpopulation.


Quelle: Alexandra Schlobohm, Guido Bludau in DZ vom 24. März 2025

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