Käufe gestiegen - Gutachterausschuss meldet 240 Mill. Euro Rekordumsatz
Der Immobilienmarkt in Dorsten zieht wieder an. Dörthe Schmidt vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte meldet für 2024 einen Rekordumsatz. Die Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in den Städten Dorsten, Gladbeck und Marl, Dörthe Schmidt, sagt: „Nach dem deutlichen Rückgang in 2023 sind die Immobilienumsätze im letzten Jahr wieder gestiegen.“ Vor allem, weil die Zahl der Kauffälle in allen drei Städten gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. In Marl um 5 Prozent, in Gladbeck um 8 Prozent und in Dorsten sogar um 12 Prozent. Mit den beurkundeten Kaufverträgen ist in den drei Städten ein Geldumsatz von etwa 609 Millionen Euro verbunden – zwei Millionen über dem bisherigen Spitzenwert des Jahres 2022. Mit insgesamt fast 240 Millionen Euro Umsatz ist in Dorsten erneut ein Spitzenwert erreicht worden. Dabei blieb das Preisniveau stabil. Statistische Auswertungen der Immobilienverkäufe zeigen im Jahresvergleich kaum Preisentwicklung. So stiegen 2024 die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in Dorsten, Gladbeck und Marl im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um nur 1 Prozent, und die Preise für Eigentumswohnungen sind dagegen um 2 Prozent gesunken.
Kaum Grundstücksangebote
Wer hingegen ein Grundstück sucht, um darauf zu bauen, findet kaum Angebote. Und wenn, dann für viel Geld. „Die Stagnation der Wohngebäudepreise ist nicht auf die Preisentwicklung für Bauland übertragbar“, so Dörthe Schmidt: „Dieser Teilmarkt ist weiterhin geprägt durch hohe Einzelpreise und geringes Angebot“. Diese mehrjährige Entwicklung hat den Gutachterausschuss dazu bewogen, die Bodenrichtwerte für individuelles Wohnbauland erstmalig seit 2022 wieder anzuheben.
In Dorsten wurden 2024 immerhin noch 54 Kauffälle für unbebaute Grundstücke (davon nur zehn für den individuellen Wohnungsbau) beurkundet, in Marl waren es 37 und in Gladbeck nur noch 15. Bei den bebauten Grundstücken dominieren die Ein- und Zweifamilienhäuser mit 171 Kauffällen in Dorsten. 32 Mehrfamilienhäuser und solche, die gemischt genutzt werden, ver- und gekauft. Zehn gewerblich genutzte Häuser wurden verkauft. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern waren in Dorsten insbesondere diejenigen um die 350.000 Euro gefragt. Dabei ist ein wichtiger Faktor für den Preis das Baujahr – aber nicht immer der entscheidende, wie man bei der Aufstellung der Durchschnittspreise sieht. Im Durchschnitt zahlten Käufer in Dorsten 2024 für ein frei stehendes Ein- oder Zweifamilienhaus, das zwischen 1920 und 1949 gebaut wurde, 264.000 Euro. Beim Baujahr zwischen 1950 und 1974 waren es 375.000 Euro, bei einem Baujahr zwischen 1975 und 1994 sogar 442.000 Euro. Allerdings: In den drei Fällen, in denen Häuser verkauft wurden, die ein Baujahr bis 1919 aufwiesen, wurde ein Durchschnittspreis von 419.000 Euro gezahlt.
Günstiger für Hauskäufer sind Doppelhäuser oder Reihenendhäuser
209.000 Euro kosteten solche Häuser in Dorsten im Schnitt, die bis 1919 errichtet wurden. 220.000 Euro wurden im Schnitt bei Baujahren zwischen 1920 und 1949 fällig. Zwischen 1950 und 1974 gebaute Doppel- oder Reihenendhäuser gingen für 333.000 Euro im Schnitt über den Tisch. Häuser mit Baujahren von 1975 bis 1994 kosteten im Durchschnitt 342.000 Euro. 383.000 Euro wurden im Schnitt für solche Häuser gezahlt, die zwischen 1995 und 2009 gebaut wurden. Noch günstiger sind Reihenmittelhäuser im Schnitt. 1950 bis 1972: 238.000 Euro, 1975 bis 1994: 301.000 Euro und 1995 bis 2009: 312.000 Euro. – Der umfangreiche Grundstücksmarktbericht 2025 sowie Boden- und Immobilienrichtwerte inklusive Immobilienpreiskalkulator stehen aktualisiert zur Verfügung und sind einsehbar unter www.boris.nrw.de
Siehe auch: Immobilienwerte in Dorsten
Siehe auch: Immobilienmarkt
Quelle: RN (DZ) vom 20. März 2025