Günstige Ticktes als Wiedergutmachung für unzuverlässige Fahrten
Die Züge der Deutschen Bahn waren zuletzt unzuverlässig wie nie. Viele Kunden schreckte das ab. Mit besonders günstigen Tickets setzt der Staatskonzern auf Wiedergutmachung. Dazu gehört auch ein Sanierungsprogramm. Nach einem miserablen Jahr 2024 will die Deutsche Bahn im Fernverkehr mit Schnäppchenangeboten Fahrgäste gewinnen. „Das letzte Jahr 2024 war in Teilen eine Zumutung für unsere Kunden“, sagte Stefanie Berk, Vorständin Marketing und Vertrieb DB Fernverkehr, in Berlin. „Natürlich geht es darum, Vertrauen zurückzugewinnen.“ Die Angebote richten sich unter anderem an junge Menschen.
Der Bahn-Konkurrent Flix hatte Kunden zuletzt ebenfalls mit besonders günstigen Tickets gelockt. Nach Unternehmensangaben gibt es Tausende Tickets für Flixbus und Flixtrain ab 3,99 Euro. Die Fahrscheine für Reisen bis zum 11. April können noch bis zum 7. März gekauft werden.
Es mangele nicht am Interesse der Menschen an klimafreundlicher Mobilität, sagte Berk von der Deutschen Bahn. Allerdings war der DB-Fernverkehr im vergangenen Jahr historisch verspätet – und damit für viele unattraktiv. Mehr als jeder dritte Zug war unpünktlich. Die bundeseigene Bahn will mit einem Sanierungsprogramm gegensteuern.
Wichtige Strecken sollen auf Vordermann gebracht werden
Denn die Bahn will zuverlässiger werden. Dazu zählt auch die Sanierung der zentralen Ruhrgebiets-Strecke zwischen Essen und Dortmund. Das hat aber weitreichende Folgen: Bahnreisende im Ruhrgebiet müssen sich in den kommenden Wochen auf teils massive Einschränkungen einstellen. Am 28. Februar 2025 (Freitag) beginnt die Bahn um 21 Uhr mit den Bauarbeiten. Zwei Monate lang wird dann Bochum nicht von Fern- und Regionalzügen angefahren – lediglich S-Bahnen und Ersatzbussen fahren dann noch.
Die Auswirkungen sind im ganzen Ruhrgebiet und darüber hinaus zu spüren. Am Düsseldorfer Flughafen halten durch die Umleitungen bis zum 25. April nur noch wenige Fernzüge. Am Düsseldorfer Hauptbahnhof, in Duisburg, Essen und einigen weiteren Städten fahren weniger Züge als sonst. ICEs zwischen dem Rheinland sowie Hannover und Berlin werden umgeleitet und brauchen dadurch bis zu 20 Minuten länger. Die stark frequentierte Strecke zwischen Essen und Dortmund wird für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) ausgebaut, um künftig mehr Züge zwischen den Ruhrgebiets-Städten einsetzen zu können.
Die Bahn kämpft vor allem gegen Konkurrenz durch das Auto, aber auch durch das Deutschlandticket, insbesondere auf kurzen Strecken, wie Berk sagte. „Wenn da ein Regionalzug parallel fährt, dann nutzen Menschen dann halt eher mal das Deutschlandticket.“ Junge Menschen würden „durchaus auch längere Strecken“ mit dem Deutschlandticket zurücklegen.
Im März 2025 mehr als eine Million Sparpreis-Tickets
Die junge Kundschaft will die Bahn mit einer Verdopplung sogenannter Super Sparpreis Young Tickets auf 30.000 täglich überzeugen. Damit könnten alle bis 26 Jahre ab 12,99 Euro ICE fahren. Auch Bahncards sind im März – nicht nur für Jüngere – günstiger. Insgesamt will die Bahn im März mehr als eine Million Sparpreis-Tickets auf den Markt werfen, die für Fahrten bis zum 13. Dezember gebucht werden können. Teil davon sind besonders günstige Kurz- und Mittelstrecken-Tickets. Kurze Distanzen wie Stuttgart-Heidelberg oder Hamburg-Bremen sind – ohne Bahncard – dann ab 9,99 Euro zu haben, Strecken wie Frankfurt-Köln oder Berlin-Leipzig ab 14,99 Euro.
Sparpreise sind oft deutlich günstiger als der reguläre Flexpreis. Allerdings sind Fahrgäste damit auf einen bestimmten Zug festgelegt. Zudem variieren die Preise je nach Nachfrage und Buchungszeitraum stark. Berk empfiehlt Schnäppchenjägern, frühmorgens oder spätabends sowie dienstags, mittwochs oder am Samstagnachmittag zu fahren. Mit den Sparpreisen will die Bahn auch die Auslastung ihrer Züge besser steuern.
Quelle: dpa, Februar 2025
Kein passender Begriff gefunden.