Cartellverband Dorsten (CV)

Dorstener Altherrenzirkel des CV feierte 2025 sein 125-jähriges Bestehen

Der Dorstener Altherrenzirkel des Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) feierte am 9. März 2025 sein 125-jähriges Bestehen. Nach dem gemeinsamen Besuch der Hl. Messe in St. Agatha wurde anschließend ein Empfang im Restaurant Zum Blauen See gegeben, dem sich ein festliches Mittagessen anschloss. – Der Ortszirkel Dorsten gehört als eine von ca. 250 Ortsvereinigungen zum Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) mit etwa 25.000 Mitgliedern, davon ca. 4000 Studierenden in 126 Verbindungen an nahezu allen Hochschulen Deutschlands und einigen ausländischen Universitäten. Damit ist der CV der größte Akademikerverband Deutschlands und Europas.

Der Verband wurde schon 1856 gegründet

Er entstand keineswegs aus Sehnsucht nach alter Studentenherrlichkeit. Die katholischen Verbindungen hoben sich von Anfang an von den so genannten „schlagenden Verbindungen“ dadurch ab, dass sie keine Mensuren fechten. Im sog. Kulturkampf verteidigten sie die katholischen Positionen gegen die Diskriminierung durch die Bismarck´sche Kirchenpolitik.
Als Studenten in eine Verbindung aufgenommen, bleiben die CVer ihr Leben lang freundschaftlich miteinander verbunden und pflegen die Geselligkeit. Sie fördern als sogenannte „Alte Herren“ die studentische Ausbildung und das studentische Leben und engagieren sich in vielfältiger Weise in Kirche, Staat und Gesellschaft im Sinne christlicher Werte und auf der Grundlage ihrer Gründungsprinzipien: religio, scientia, amicitia und patria – Religion, Wissenschaft, Freundschaft und Vaterland. Dieses gesellschaftliche Engagement äußert sich ganz konkret z.B. in der Unterstützung der Studierenden bei der Beschaffung einer „Studentenbude“, bei der Vermittlung von Praktika, beim Berufseinstieg und der Förderung von Kontakten, auch auf internationaler Ebene. So hat sich auch der Begriff „patria“ weiterentwickelt: ein Vaterland, verwurzelt in der Geschichte, in einem gemeinsamen Europa.

Im Wintersemester 1899/1900 Gründung des CV-Altherrenzirkel Dorsten

Erster CVer in Dorsten war 1885 der Leiter des damaligen Progymnasiums Dr. Gerhard Beste. Als der Oberlehrer Paul Müssen, genannt „Ohm Paul“, und der Arzt Dr. Schwegmann hinzukamen, wurde im Wintersemester 1899/1900 der CV-Altherrenzirkel Dorsten gegründet. Den sehr ungewöhnlichen Zusatz „Libanon“ im Namen erhielt der Zirkel erst im Jahre 1907: Ein Mitglied, ein Prälat, hatte einen Freund beim Orden der „Weißen Väter“ im Libanon. Nach einem Besuch dort berichtete der Prälat wundersame Dinge aus dem fernen Land und brachte zudem einen köstlichen Wein aus dem Bekaa-Tal mit, der beim Herbstfest ausgiebig verkostet wurde. Dabei wurde beschlossen, der bisher noch ungetaufte Zirkel solle in Zukunft „CV-Altherrenzirkel Libanon.“, sein Vorsitzender „Scheich“ heißen. Aus den bislang schlichten Mitgliedern wurden „Zedern“.

Mehrmals aufgelöst und wieder neu gegründet – zuletzt 1935

Im Laufe seiner bewegten Geschichte wurde der „Libanon“ dreimal zwangsweise aufgelöst, zuletzt 1935 in der NS-Zeit, und wurde danach jedes Mal wieder neu gegründet. Die Zahl der Mitglieder des Ortszirkels Dorsten ist in den letzten Jahren deutlich rückläufig. Dies entspricht einerseits der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung, dass immer weniger Bürger bereit sind, sich in Parteien, Gewerkschaften, Vereinen und Verbänden zu engagieren, andererseits mussten wir jedoch auch feststellen, dass die jungen Akademiker zwecks Berufsanfang und Familiengründung eher die Universitätsstädte Essen und Münster bevorzugen oder in die Städte Coesfeld, Billerbeck und Nottuln ziehen, während in den Städten Marl und Dorsten keinerlei Zuzug in der letzten Dekade zu verzeichnen war. In Marl hat sich der CV-Ortszirkel schon aufgelöst. Während nach dem 2. Weltkrieg Dorsten angesehener Wohnort für Berufsanfänger für viele, auch große Firmen in Marl, Buer oder Gladbeck war, scheint Dorsten mittlerweile für die Familiengründung völlig unattraktiv geworden zu sein. Ein weiterer Grund mag sein, dass in den letzten Jahren attraktive Arbeitsplätze für akademische Berufsanfänger in Dorsten, Gelsenkirchen und Marl abgebaut worden sind, sei es durch Ende des Bergbaues oder Verlagerung großer Konzernzentralen in andere Regionen. Hierauf sollten Bürgermeister, Rat und Verwaltung der Stadt Dorsten ein waches Auge haben.

Dr. Schröder dankte allen Mitgliedern für ihren Einsatz im Altherrenzirkel

In seiner Festrede ging der Vorsitzende des CV Altherrenzirkels Dorsten, Dr. Wolfgang Schröder, auf die Geschichte der Gründung ein und den Mut, bewusst Entscheidungen zu treffen, Wege zu gehen und umzusetzen, was man für mich als richtig erkannt hat. Er verwies auf den großen geistlichen Schriftsteller Johannes Bours, der dies wie folgt formuliert hat: „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt.“ Dahinter stecke der Gedanke, dass dort im Leben, wo man mit aller Konsequenz und ganz bewusst eine Entscheidung treffe, „Ja“ sage zu einem ganz bestimmten Weg, sich dieser Weg für einen selbst öffne und einem Kräfte und Perspektiven zuwachsen, die in ungeahnter Weise zum Ziel führen. Zum Schluss seiner Rede dankte Dr. Schröder allen Mitgliedern für den Einsatz in diesem Altherrenzirkel.


Quelle: Cartellverband

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