Bernemann GmbH 2025

Razzia wegen Verdachts illegaler Asbest-Entsorgung – Staatsanwalt ermittelt

Was macht eigentlich die Bernemann GmbH? Blick in die Nachbarschaft: Immer wieder hört und liest man den Firmennamen Bernemann, wenn irgendwo im Ruhrgebiet Bauwerke abgerissen werden, auch in Dorsten. In der vergangenen Woche gab es eine Razzia wegen des Verdachts auf illegale Asbest-Entsorgung bei der Firma Bernemann GmbH. – Am 21. Januar 2025 fand ein großer Polizeieinsatz bei der Bernemann GmbH in Datteln und Recklinghausen statt. Rund 150 Polizeikräfte durchsuchten im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf schwere Umweltkriminalität Firmengebäude und Wohnungen. Die Vorwürfe richteten sich gegen drei Beschuldigte, die verdächtigt wurden, asbesthaltiges Schüttgut illegal und teilweise in streng geschützten Kreuzkrötenhabitaten entsorgt und damit erhebliche Kosten gespart zu haben. Zudem sollen sie gefälschte Wiegescheine verwendet haben, um die Entsorgung zu verschleiern. Auch die unsachgemäße Entsorgung von PAK-belastetem Baumaterial steht im Raum, was erhebliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken birgt.

Die Bernemann GmbH wurde in der Mitte der 1990 Jahre gegründet

Das Unternehmen ist ein familiengeführtes Bau- und Abrissunternehmen mit Sitz in Datteln-Meckinghoven. Die Firma ist in verschiedenen Bereichen tätig, darunter Tiefbau, wie Kanalbauarbeiten, Baumdienst, Landschaftsbau sowie die Entsorgung von Baustoffen. Zudem engagiert sich das Unternehmen im Immobiliensektor und erwirbt sowohl Wohn- als auch Gewerbeimmobilien. Der Maschinenpark der Bernemann GmbH umfasst diverse Spezialmaschinen. Die Geschäftsführung der Bernemann GmbH liegt in den Händen von Thomas Bernemann (65) und seinen beiden Söhnen Christian und Felix Bernemann. Die Bernemann GmbH wurde in der Mitte der 1990 Jahre gegründet und beschäftigt mehr als 130 Mitarbeiter/innen. Im Jahr 2020 plante das Unternehmen, seinen Standort von der Speckhorner Kühlstraße in Recklinghausen nach Oer-Erkenschwick zu verlegen. Allerdings wurde dieser Umzug nicht vollzogen. Stattdessen entschied sich die Firma, nach Datteln umzuziehen und fand 2023 an der Klosterstraße auf dem Gelände eines ehemaligen Betonwerks einen neuen Firmensitz.

11.000 Quadratmeter große Fläche am Dortmund-Ems-Kanal erworben

Im Juli 2024 plante die Firma ein neues Projekt, und zwar im Schleusenpark Datteln, dem ehemaligen Ruhrzink-Gelände. Sie gründete eine neue Gesellschaft, die BHG GmbH, die dort eine rund 11.000 Quadratmeter große Fläche am Dortmund-Ems-Kanal erwarb. Das alte Hafenbecken der früheren Zinkhütte sollte für den Materialtransport per Schiff genutzt werden. Geplant war, dort aufbereitete Böden und Baustoffe von anderen Baustellen weiterzuverarbeiten und per Wasserweg zu transportieren. Zuletzt startete das Unternehmen außerdem ein Neubauprojekt am Neuen Weg in Datteln, bei dem insgesamt 36 Wohnungen entstehen sollten, darunter 19 öffentlich geförderte. Zwei Mehrfamilienhäuser mit 26 Wohneinheiten sollten bis Frühjahr/Sommer 2025 fertiggestellt werden. Zusätzlich plant das Unternehmen an der Ecke Neuer Weg/Dahlstraße zwei weitere Mehrfamilienhäuser. Thomas Bernemann weist aktuell die Vorwürfe illegaler Asbest-Entsorgung zurück und erklärte gegenüber den Ruhr-Nachrichten (Dorstener Zeitung), dass das Unternehmen intensiv daran arbeite, die Anschuldigungen zu entkräften.

Aufgrund der Vorwürfe lässt Bennemann seine politischen Ämter ruhen

Politisch hat der Fall bereits Auswirkungen, da Thomas Bernemann CDU-Ratsherr in Recklinghausen und Vorsitzender des städtischen Wirtschaftsausschusses war. Aufgrund der Vorwürfe lässt er seine politischen Ämter vorerst ruhen. Ob er in Zukunft zu seinen Ämtern zurückkehrt, bleibt unsicher. Dem Verantwortlichen drohen grundsätzlich Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren oder eine hohe Geldstrafe. Am unangenehmsten könnten die besonders schweren Fälle der Urkundenfälschung und des Betruges werden, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern an.


Quelle: RN (DZ) vom 29. Januar 2025

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