Stadtweit entstehen Flächen aufgegebener Industrien für Investoren
Als Wirtschaftsstandort ist Dorsten von mittelzentraler Bedeutung mit subregionalen Absatzreichweiten. Gewerbeflächen sind der Interkommunale Industriepark Dorsten-Marl mit Autobahnanbindung und eigenem Kanalhafen. Eine größere Gewerbefläche in Dorsten, die ehemalige Zeche Fürst Leopold in zentraler Lage an der Halterner Straße, ist für Groß- und Kleininvestoren in Planung. Die Stadt verfügt über 378 Hektar erschlossene Gewerbeflächen (38 Gebiete): Auf dem Beerenkamp, Dimker Heide, Duvenkamp, Am Krusenhof, An der Glashütte, Baldurstraße, Endelner Feld, Im Köhl (mit Köhl-Süd und Baddenkamp), Marienstraße, Stadtsfeld, Wenge, Wenger Höfe, Dorsten-Ost, Beckenkamp, Gelsenkirchener Straße. – An der B 58 in Wulfen entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Wulfen 1/2 ein neues Gewerbegebiet. Die Stadt beteiligt sich mit 1,07 Millionen Euro (50 Prozent) an den Entwässerungskosten und verfügt dort über eine Fläche von rund 70.000 qm. Weitere 240.000 qm befinden sich im Eigentum der RAG Montan Immobilien GmbH. Die Planungshoheit liegt bei der Stadt. Das Areal soll zugleich ein „Energiepark“ mit Solaranlagen auf den Dächern sein. Der Elektromobilität wird im Gewerbepark Vorrang eingeräumt.
Zwei „ungeordnete“ Dorstener Gewerbegebiet im Landes-Programm
Die Nachfrage nach Bauland für Wohn- und Gewerbeobjekte bietet Brachflächen in Städten neue Entwicklungschancen. Dies gilt insbesondere für bereits genutzte Grundstücke, die noch „Luft nach oben“ haben. Doch dafür muss oft eine Menge Vorarbeit geleistet werden. Deswegen hat sich die Stadt Dorsten um eine Projektförderung bei der Landes-Gesellschaft „NRW.Urban“ und deren Initiative „Bau.Land.Partner“ für die Revitalisierung von zunächst zwei Gewerbeflächen beworben – mit Erfolg. Es geht um die beiden bislang eher „ungeordneten“ Gewerbestandorte „Im Köhl“ in Wulfen und an der Marienstraße. Das erstere sei zwar gut besiedelt, aber die gewerblichen Abläufe, die städtebauliche Struktur und die Arbeitsplatzdichte seien verbesserbar. Im zweiten Grundstück sei die Gemengelage zwischen Gewerbe und Wohnen optimierbar.
Die Leistungen von Bau.Land.Partner werden zu rund 75 Prozent durch das Land Nordrhein-Westfalen getragen. Die Eigenbeteiligungen von Kommune und Eigentümern werden im Rahmen der Konsens- und Kooperationsvereinbarungen geregelt. Der kommunale Anteil betrug 8.000 Euro für die Bearbeitung von bis zu vier Standorten.
Politik lehnte 2023 Neubauten an der Straße „Auf dem Beerenkamp“ ab
An einer Straße im Dorstener Süden ist letztens viel neu gebaut worden. Politik und Stadt lehnten deshalb im September 2023 das Projekt eines Grundstücksbesitzers ab. Im Bereich der Straße „Auf dem Beerenkamp“ im Dorstener Süden sind in den vergangenen Jahren Dutzende von Häusern neu gebaut worden – und einige werden derzeit noch errichtet, neue aber nicht. Denn der Dorstener Umwelt- und Planungsausschusses des Rates folgte dem Vorschlag der Stadtverwaltung und lehnte ohne Diskussion die Pläne eines Grundstückseigentümers ab, der dort vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 32 Wohneinheiten errichten wollte. Geplant waren die Wohnhäuser auf einer Wiesen- sowie einer jetzigen Ackerfläche zwischen der Zufahrt zu einem dortigen Hof und der Gladbecker Straße. Sie sollten damit nördlich an die drei Mehrfamilienhäuser anschließen, die dort vor drei Jahren errichtet worden waren. Doch „eine derartige Wohnungsentwicklung würde zurzeit zu einer Angebotsschieflage innerhalb des Stadtgefüges führen“, hatte die Stadtverwaltung gegenüber der Politik erklärt. Der Bereich selbst weise keine entsprechende Infrastruktur auf und sei baulich in den letzten Jahren überproportional gewachsen, vor allem auf dem Gelände des damaligen Gewerbegebiets. Zudem sind die betreffenden Areale als Grünflächen ausgewiesen, für eine Änderung müsste in anderen Stadtteilen Wohnbau als Ausgleichsfläche gestrichen werden. Außerdem befürchtet die Stadt, dass eine Wohnbebauung Begehrlichkeiten für eine weitere Siedlungsentwicklung in Richtung des Wohngebiets „In der Miere auslösen“ könnte.
Quelle: Michael Klein in DZ vom 25. September 2023. – DZ vom 19. Okt. 2023