Als Rolf Wartenberg schreibt er Skurril-Heiteres und Subtil-Tiefgründiges
Geboren 1933 in Unna, aufgewachsen in Kamen; Techniker und Literat. – Zuerst befasste sich der Dipl.-Ingenieur u. a. mit dem Verfassen von technischer Literatur. Sein Standardwerk heißt „Elektrische und elektronische Steuerungen“; am „Handbuch für Metallverarbeitung“ hat er als Autor mitgearbeitet. Für Phantasie gaben ihm diese Themen, mit denen er sich als Ausbilder und Professor befasste, keinen Spielraum. Doch wohin mit seiner Phantasie? Für sie fand er als Ruheständler im selbst gewählten Unruhestand unter dem Pseudonym Rolf Wartenberg im Schreiben anspruchsvoller Unterhaltung ein Ventil: Satire, vergnügliche Kurzgeschichten und heitere Erzählungen mit Witz und gut gesetzten Pointen. Prof. Klaus Bieder, der seit 1972 in Dorsten lebt, absolvierte in Kamen das neusprachliche Gymnasium, studierte bis 1858 Ingenieurwissenschaft „Elektrische Energietechnik“ in Aachen, arbeitete sechs Jahre lang als Diplomingenieur in mehreren industriellen Bereichen und folgte 1964 dem Ruf als Dozent an die Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen, der Vorgängereinrichtung der Fachschule Gelsenkirchen, an der er dann als Professor für Elektrotechnik tätig war. 1998 wurde Bieder emeritiert, lehrte aber zwei Jahre länger, bis sein Nachfolger gefunden wurde. In seinem belletristischen Erstlingswerk „Ida, eine westfälische Liebe“ (2003) lässt er viel Lokalkolorit aus Unna einfließen. Im Mittepunkt die Familie Weskamp steht Tante Ida Krollpfeifer.
Es lag auf der Hand, dass der Diplom-Ingenieur auch das aufarbeitete, was ihn sein Arbeitsleben lang begleitet hat. Das fasste er unter dem Titel „Dem Inschenör ist… na, Sie wissen schon!“ (2004) zusammen und erzählt humorvoll-satirisch den beruflichen Werdegang eines Ingenieurs. Dabei geht es nicht um Fachliches, sondern um skurril-heitere Geschichten am Rande. Mit einem Augenzwinkern legt der Autor den Finger auf menschliche Schwächen ehemaliger Kommilitonen, Professoren, späterer Kollegen und Chefs und spart dabei den Ich-Erzähler nicht aus. „Ein wunderschöner subtil-tiefgründiger Roman und zusätzlich ein spannendes Stück Zeitgeschichte“, schrieb die WAZ. Auch in seinem satirischen Roman „Rosmarin und spanischer Mantel“ (2006), in dem es um Kneippkuren und Casanovas geht, steht eine plaudernde und gewichtige Matrone namens Frau Bultmann im Mittelpunkt der zum Schmunzeln anregenden Unterhaltung. Der Leser hat bei der Lektüre den Verdacht, dass der Autor mit satirischem Unterton und in vergnüglicher Weise sich selbst mit spitzer Feder aufspießt. 2016 erschien sein eBook „Mainstream? – ohne mich! – Aktionen eines Unangepassten“, das auch als Lesebuch erschien.
Der Blick zurück in die Kindheit, die keine war
Ende 2019 erschien von Rolf Wartenberg das Buch „Eintopfsonntag – Kind ohne Kindheit“. Darin erzählt er die Geschichte eine Kindes in den Tagen des Zweiten Weltkriegs, wie er plötzlich den Alltag erlebt mit Bombenangriffen, dunklen Luftschutzkellern, Angst um seinen Vater, Angst vor allem, was ihn umgibt. Dazu der Autor: „Als im Jahre 1933 geborener Zeitzeuge ging es mir weniger darum, die politisch-militärischen Dinge zu zeigen, sondern aus der Sicht eines Sechs- bis Elfjährigen die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegzeit auf die Bevölkerung und das Verhalten der Menschen angesichts Mangel, Hunger und dauernder Todesgefahr zu beschreiben.“ Nach den Erzählungen „Ida, eine westfälische Liebe“ und „Rosmarin und Spanischer Mantel“, dem Roman „Dem Inschenör ist … na, Sie wissen schon“, dem Kurzgeschichten-Band „Menschen, Mängel und Marotten“, der kritischen Abhandlung „Mainstream? – ohne mich!“ nun also der Blick zurück in eine dunkle Epoche der deutschen Geschichte. Das Buch „Eintopfgerichte – Kind ohne Kindheit“ ist im Internet als Print-Book und E-Book bei Amazon erhältlich. Im Dezember 2021 gab Klaus Bieder wieder unter dem Pseudonym Rolf Wartenberg sein inzwischen sechstes Buch heraus: „Im fünften Viertel“ heißt es und der Autor versteht es als „heitere Unterhaltungslektüre mit satirischem Unterton“. Er schildert in 34 Kapiteln seine persönlichen Erlebnisse und Anekdoten aus seiner vom Bergbau geprägten alten Heimatstadt.
Siehe auch:
Literaten, lebend (Artikelübersicht)